Narody i religie

Juden

In Dirschau, sowie in anderen Städten der Pommerellen galt der Judenaufenthaltsverbot. Der Dekret wurde vom Hochmeister des Deutschen Ordens Siegfried von Feuchtwangen schon im Jahre 1309 erlassen, und nach dem Anschluss der Pommerellen an Polen blieb er im Kraft. Die Stadtrechte ließen auf den Juden Beschränkungen z.B. die Willkür verbat den jüdischen Kaufleuten innerhalb der Stadt zu handeln.

Die erste Republik

Die ersten Juden kamen nach Dirschau Wahrscheinlich gegen 15. Jahrhundert. Da es die Ansiedlung der Juden in der Stadt verboten wurde , siedelten sie sich in Landgut des Bischofs von Breslau, in der Nähe vom Vorwerk Czyżykowo.

Das preußische Teilungsgebiet

Die Angliederung   Dirschau an Preußischen Königreich veränderte die Lage der jüdischen Bevölkerung. Die preußische Verwaltung brachte in Kraft eine Reihe von Gesetzen, die den Juden gleiche Rechte garantierten.

-       1772 das Stadtniederlassungsmöglichkeitsgesetz. Es betriff nicht alle Juden, sondern nur diejenigen Gruppen von Wohlhabenden, die in der Lage waren die Gebühren an die Stadtkasse des Königs zu bezahlen.

-       1812 das Judenemanzipationsgesetz, das die Stadtbürgerschaftsmöglichkeit und Handwerkbeschäftigung garantierte.

-       1825 und 1850 das Recht, Immobilien und Grundstücke für den Synagogenbau zu erwerben.

-       Dies führte zu Zustrom von Juden, vor allem Spezialisten in Textilien (insbesondere Seide), die alle Geschäfte in der Branche in ihren Händen hatten. Während der Wirtschaftskrise des späteren neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts verließen etwa 300 Juden die Stadt. Trotz dessen, gleich vor dem Ersten Weltkrieg im Besitz der Juden waren 9 von 24 Bürgerhäusern, die sich auf dem Markt befanden.

Die zweite Republik

In den Jahren 1920 und 1923 verließen viele Juden, die sich selbst als Deutsche anerkennen, die Stadt. 1925 kam nach Dirschau eine Gruppe von Kaufleuten aus Lodz und der Umgebung. Im Jahre 1927 wurde die Jüdische Gemeinde in Dirschau der Stargard Gemeinde untergeordnet. In den 30ern Jahren verließ Dirschau die Mehrheit der Juden. Nach dem Antritt der Deutschen kamen 18 gebliebenen in Dirschau Juden in der Kaserne oder in Konzentrationslager Stutthof ums Leben.

Die berühmten Juden in Dirschau

Alfred Eisenstaedt – mehr im Teilbereich für Menschen

Bernhard Kamnitzer geboren am 25. Oktober 1890, starb 15. Julie 1959 in New York City. Kamnitzer arbeitete als Rechtsanwalt in Danzig. Er diente im ersten Weltkrieg und wurde 1921Landgerichtsrat. Später war er Vorstandsmitglied im Zentralverein Danziger Staatsbürger jüdischen Glaubens. Von 1924 bis 1929 war er Mitglied im Danziger Volkstag, von bis 1930 parlamentarischer Senator. 1938 emigrierte Kamnitzer nach Großbritannien und später nach New York, USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg vertrat Kamnitzer Wiedergutmachungsansprüche jüdischer Danziger Bürger gegen die Bundesrepublik und war Präsident der American Danzig Association.

Aron Hirschfeld – Rabbiner, geb. 1820 in Dirschau, starb am 14. Dezember 1885 in Dirschau.

Zahl der Juden

Der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung

1782 – 23   Personen

1816 – 15,6%

1800 – 150 Personen

1831 – 14,8%

1818 – 276 Personen

1840 – 13,3%

1849 - 409 Personen

1852 – 7,3%

1871 – 515 Personen

1864 – 7,9%

1880 - 449

1871 – 6,6%

1890 – 372

1910 – 1,15%

1900 - 314

1921 – 0,57%

1910 - 195 Personen

1931 – 0,43%

1931 - 103 Personen

1936 – 0,5%

Baptisten

 

Im Jahre 1834 wurde in Hamburg die erste deutsche Baptistengemeinde gegründet. Einen Großen Teil daran hatte Johann Gerhard Oncken, der einen bedeutenden Einfluss auf die Gründung der Baptistengemeinden in den polnischen Gebieten hatte. Infolge seiner Missionsreisen nach Preußen, entstand im Jahre 1844 die Baptistengemeinde in Elbing. Dank der missionarischen Arbeit der Mitglieder der Kirche wurden in den nächsten Jahren neue Gemeinden gegründet. Unter anderen in der Nähe von Königsberg, Allenstein, Riesenburg und Dirschau.

E. Raduński schreibt im“ Geschichte der Stadt Dirschau“, dass Baptisten in Dirschau im Jahre 1850 erschienen. Im Jahre 1858 waren es 101 Personen, und im Jahre 1860 hatten sie eigenen Friedhof. Er befand sich südlich vom deutschen Sportsvereingebäude an der Czyżykowska 87 Straße, in hinterer Teil des Grundstückes und wurde auf dem Stadtplan von 1884 (Verzeichnis der Kulturgüter von Dirschau) eingezeichnet.

Seit 1899 hatten die Baptisten eigene Kapelle an der Sambora 15 Straße und eigenen Pfarrer- Prediger. Im Jahre 1910 baute man ein neues Gebäude, in dem sich die Kapelle befand. Michał Misiorny erwähnt es in seinem Buch „Sambora róg Nowej“ „(…) und noch wichtig ist, dass, er Baptist war und die hatten eigene Kapelle in der Nähe, die Ecke von Nowa und Sambora Straße, nur gegenüber. Sie hatten eigene Gottesdienste (…)“ Im Jahre 1936 nach der Angabe von A. Samulewicz in „KMR“ Nr. 40, lebten in Dirschau 19 Baptisten. Es gibt keine Daten über sie Baptistengemeinde im Jahre 1945. Zur Zeit hat die Gemeinde ihre Sitzung an der Sobiekiego Straße.

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